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1999 war ich kurz davor, mit der Reiterei aufzuhören. Ich hatte genug von Hilfszügeln und Pferden, die stumpf ihre Lektionen gingen und dem Reiter schmerzende Schultern, verschwitzte Kleidung und einen überanstrengten roten Kopf verursachten. Weil ich mir mein Leben ohne Pferde jedoch nicht wirklich vorstellen konnte, habe ich mich entschlossen, nach einem Weg zu suchen. Sicherlich ist das Ende dieses Weges niemals erreichbar und auch auf seinem Pfad liegen Stolpersteine, aber der Weg ist das Ziel und es ist mein Weg, den ich gehe.

In den letzten Jahren hat mich mein dänischer Reitmeister, Bent Branderup, stark geprägt und ein Stück meines Weges begleitet. Er brachte mir mein Idealbild eines Pferdes, welches vor allem gesund, motiviert und ausdrucksstark bei der Arbeit ist, näher. 2004 habe ich meine Prüfung mit diesem Pferd bei ihm bestanden.

Nach Abschluss meines Studiums möchte ich diese Erkenntnisse und dieses Wissen an andere weitervermitteln. In der heutigen Zeit ist Reiten ein Freizeitvergnügen, ganz gleich in welcher Sparte. Niemals sollte die Frustration des einen das Leiden des anderen verursachen. Mein Ziel ist es daher, Pferden zusammen mit ihren Besitzern ein Stück Lebensqualität zu geben, durch die beide ihre Aufgabe und Zufriedenheit finden, an der sie wachsen können.

Caballero Dancer xx
Caballero Dancer xx
Foto: Patricia Müller
King Arthur
Junghengst beim Anreiten in Namibia
Eher zufällig hatte ich die Möglichkeit in Afrika, in Namibia, mit vollkommen wild aufwachsenden Pferden zu arbeiten. Ihre natürliche Scheu, ihre Körpersprache und ihre uneingeschränkte Offenheit formten mein Einfühlungsvermögen, meine Geschicklichkeit, mein Zielbewusstsein und meine Reaktionsschnelle. Diese Erfahrung möchte ich zu keiner Zeit missen, sondern sie nutzen und an meine Schüler weitergeben.

Solange ich mit Pferden und ihren Reitern arbeite und gearbeitet habe, sind mir die Worte meines Reitmeisters allgegenwärtig:

"Jeder hat das Pferd, das er verdient. Man hat es sich selbst ausgesucht und zu dem gemacht, was es jetzt ist.“ Bent Branderup

Andrea Krause